Interdisziplinäre Studien zu den Kleinfunden von Udabno I-III (Ostgeorgien)
| Ausgehend von den Tübinger Aktivitäten in Troia und den damit verbundenen Fragestellungen zur Schwarzmeerarchäologie entstand in den 1990er Jahren das Interesse
an der Kaukasusregion. Der Siedlungskomplex von Udabno in der David-Garedshi-Steppe südöstlich von Tbilisi ist bereits seit den 1980er Jahren bekannt und wurde nach umfangreichen
Prospektions- und Vermessungsarbeiten von 2000 bis 2007 untersucht (Universität Tübingen). Auf Bergkuppen befinden sich drei Siedlungen (Udabno I, II und III) in strategisch günstiger Lage dicht beieinander. Zahlreiche Radiokarbonmessungen des Fundortes datieren in das beginnende 1. Jt. BC (frühe Eisenzeit) und zeugen von einer annähernd gleichzeitigen Besiedlung der genannten Fundplätze I-III. |
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![]() durchlochte Zierbleche aus Arsenbronze |
![]() Carneolperlen |
![]() Mörser und Stößel |
| Die Befundlage deutet ebenfalls darauf hin, dass die Siedlungen nur für relativ kurze Zeit bestanden und wohl durch ein verheerendes Erdbeben zerstört wurden.
Fünfundzwanzig sehr gut erhaltene Gebäude konnten untersucht werden. Gleichzeitig fanden intensive Ausgrabungs- und Prospektionsarbeiten in deren Umgebung statt. Mehr als 1.400 Kleinfunde
liegen aus den Siedlungen vor. Das Spektrum umfasst zahlreiche Metall-, Knochen-, Keramik- und Steinartefakte. Aufgezeigt werden soll die typologische und funktionale Zusammensetzung der Kleinfundinventare aus den Siedlungen Udabno I-III. Hieraus lassen sich Aussagen zu Aktivitätsverteilungen innerhalb der Fundplätze ableiten, ebenso funktionale Aspekte der freigelegten Grubenhäuser. |
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| Anhand von naturwissenschaftlichen Untersuchungen an den Funden können zudem überregionale Zusammenhänge aufgezeigt werden. Besondere Beachtung gilt dabei
ortsfremdem Basaltgestein, welches vor allem zur Herstellung von Reibeplatten diente. Es konnte bereits nachgewiesen werden, dass dieser Basalt aus Entfernungen von über 100 Kilometern aus
dem Kleinen Kaukasus stammt. Neben diesen Untersuchungen wird der Frage nach der Wahl dieses Standortes nachgegangen. Ein wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang sind natürliche Vorkommen von Salz in der näheren Umgebung Udabnos. Die hier befindlichen Salzseen könnten als Grund für die Anlage der Siedlungen angesehen werden. Weiterhin wird das Ziel verfolgt, sämtliche Metallartefakte aus Bronze und Eisen auf ihre Verarbeitung hin zu untersuchen. zurück |
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