Die Herkunft des Rohstoffes Gold in Altperu
| Auf dem amerikanischen Kontinent beginnt die Metallurgie in der Mitte des 2. Jt. v.Chr. im andinen Südamerika mit der Bearbeitung von Gold. Dies lassen zumindest Funde wie der des Goldschmiedegrabes aus Waywaka, Andahuaylas im südlichen Hochland Perus (Grossman 1972) und der eines Tiegelfragmentes mit Goldtröpfchen in Putushio, Südekuador (Rehren / Temme 1994), vermuten. Nicht viel später wird auch die Bearbeitung gediegenen Kupfers eingesetzt haben, denn beide Metalle sind in den Prunkgräbern der Chavín-Ofrendas-Kultur (spätes 2. bzw. frühes 1. Jt.v.Chr.) aus Kuntur Wasi, über dem Jequetepequetal gelegen, vorhanden (Onuki 1997). Dabei ist Gold das häufigere und auch kunstvoller bearbeitete Metall. | |
| Auch aus der 2. Hälfte des 1. vorchristlichen Jahrtausends stammen reich ausgestattete Gräber aus Kuntur Wasi, die außerdem eine Weiterentwicklung der Metallverarbeitung erkennen lassen. In diesen Gräbern und allgemein in dieser Zeit tritt erstmals Silber auf, wie z.B. auch in den Funden der Gräber von Chongoyape (Lothrop 1940-41), die zwar nicht aus einer archäologischen Ausgrabung stammen, aber glücklicherweise als zusammengehörige Funde erhalten geblieben sind. | |
| Über den Ursprung des Rohstoffes Gold, der für die frühen Objekte verwendet wurde, ist allerdings noch kaum etwas bekannt. In der Literatur steht meist die Vermutung im Vordergrund, dass das frühe Gold (Chavín, Cupisnique) vor allem aus Flüssen, vorzugsweise am Ostabhang der Anden, gewaschen wurde und über Austausch bis an die nordperuanische Küste gelangte. Das Fehlen von Funden oder Informationen von vorinkaischen Goldminen wird als Folge des modernen Abbaus und der weiten Verbreitung von kleineren Vorkommen im gesamten Andenraum gesehen. | |
![]() Rio Chinchipe, Ostabhang der Anden, Nordperu |
![]() Laser-Einschussstelle an einem Goldobjekt, Dm 50 µm |
| Im laufenden Projekt wird dieser Frage mit moderner Analytik auf den Grund gegangen: Proben von Goldlagerstätten (Seifen, Gänge) werden ebenso analysiert wie Goldfunde der oben genannten Kulturen. Neben solchen aus archäologischen Ausgrabungen finden auch Objekte ohne Kontext, also aus Raubgrabungen, Berücksichtigung, da diese, wenn sie in eine breite Basis kontextualisierter Funde eingehängt werden, immernoch wertvolle Informationen in sich bergen. Ein "Nebeneffekt" ist dabei auch die Identifizierung von Fälschungen. | |
| Die Analysen erfolgen an einem Quadrupol-Massenspektrometer mit induktiv gekoppelter Plasmaanregung (Q-ICP-MS), wobei die Probe mittels Laser direkt von der Oberfläche des Objektes / Naturgoldes verdampft wird und über einen Gasstrom in das Massenspektrometer eingebracht wird. Besonders für die wertvollen Goldfunde ist diese Analysemethode, die ein Maximum an Informationen liefert (Hauptbestandteile und über 50 Spurenelemente) von großer Bedeutung. | |
| Literatur
< Grossman, J.W. 1972: An ancient goldworkers tool kit. Archaeology 25, 270 ff. Lothrop, S.K. (1940-41): Gold ornaments of Chavin style from Chongoyape, Peru. American Antiquity 6, 250-262. Onuki, Y. (1997): Ocho tumbas especiales de Kuntur Wasi. Boletín de Arqueología PUCP, Vol.1, 1997, 79-114. Rehren, Thilo / Temme, Mathilde (1994): Pre-Columbian Gold Processing at Putushio, South Ecuador: The Archaeometallurgical Evidence. In: Scott, D. Meyers, P. (eds.): Archaeometry of Pre-Columbian Sites and Artefacts: Proceedings of a Symposium …, Los Angeles, 1992. The J. Paul Getty Trust. 267-284. zurück |
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