Naturwissenschaftliche Untersuchungen an Feinkeramik der Phasen Troia VI bis VIIb2 aus Troia und der Troas“
| Diese sind neben der Mykenischen Keramik, die wichtigsten Feinwaren in dieser Zeit. AGW und Tan Ware werden archäologisch durch zwei, kürzlich beendete Doktorarbeiten abgedeckt. Somit ist eine sehr gute Grundlage bei der Auswahl der zu beprobenden Keramik gegeben und es können zum Teil archäologisch nur schwer lösbare Probleme mittels geochemischer Untersuchungen besser betrachtet und vielleicht gelöst werden. Hierbei handelt es um folgende Punkte: | |
| 1.) Die frühesten Formen der neu in Troia VIfrüh (ca. 1750 – 1590 BC) auftretenden Anatolischen Grauware, sind Formen vom Griechischen Festland sehr ähnlich, die
chronologisch früher auftreten als in Troia. Die Frage liegt nahe, ob es sich bei den in Troia gefundenen Stücken um tatsächliche Importe oder lokal hergestellte, nur der Form
entsprechende, Keramik handelt. Archäologisch wird sowohl ein Import wie auch lokale Produktion diskutiert. 2.) In der zweiten Hälfte von Troia VIfrüh scheinen die Kontakte zu den der Küste vorgelagerten Inseln zuzunehmen, welches sich auch im keramischen Fundbild widerspiegelt. Es erscheinen kleine Schalen und mittelgroße Kessel in sogenannter geglätteter Plain Ware, die oft mit einer feinen, weiß pastösen Bemalung verziert sind. Auf Samothrake finden sich zur gleichen Zeit fast identische Gefäße, in Form wie auch in Verzierung. Durch Probennahme an in Troia gefundener Ware wie auch an Stücken von Samothrake selbst, können Aussagen über Herkunft dieser Ware getroffen werden und mögliche, damit verbundene, Beziehungen. Hierfür wird nicht nur die NAA sondern auch die Isotopenchemie, besonders der Nd – Isotope, zur Untersuchung genutzt. 3.) Während der Grabungen in Troia wurden regelmäßig Begehungen weiterer bekannter Siedlungsorte in der Troas unternommen. Ein Teil der hierbei gesammelten Keramik wurde 2006 einer genaueren Sichtung unterzogen. |
![]() Abbildung 1: beprobte Surveyfundorte |
| Die dabei enthaltenen spätbronzezeitlichen Scherben, besonders der Anatolischen Grauware (AGW) aber auch von Tan Ware wurden für chemische Analysen beprobt. Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit die regionale Verbreitung der spätbronzezeitlichen Feinkeramik, wiederum mit Hauptaugenmerk auf AGW, herauszuarbeiten. | |
Literatur Korfmann, 2001: Troia – Traum und Wirklichkeit, Ausstellungskatalog Pavúk, 2002: Das Aufkommen u. die Verbreitung der Grauminyschen Ware in Westanatolien; in: Brückenland Anatolien? S. 99 - 116 Schachner 1994/95: Untersuchungen zur grau-minyschen Keramik; in: Acta Praehistorica et Archaeologica 26/27; S. 90 - 115 zurück |
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