„Peripherie und Zentrum. Die Hünenburg bei Watenstedt, Kr. Helmstedt. – Ein Herrschaftssitz zwischen der Kontaktzone zwischen Lausitzer Kultur und Nordischer Bronzezeit“
| Im Zentrum des Forschungsvorhabens steht die jungbronze- und früheisenzeitliche befestigte Höhensiedlung Hünenburg bei Watenstedt, Kr. Helmstedt, mit ihrem Umfeld. Die Region am Nordrand des Harzes liegt im Spannungsfeld zwischen der Nordischen Bronzezeit und der Lausitzer Kultur, die wesentlichen Anteil an der Herausbildung einer eigenständigen Kultur in diesem Raum (Saalemündungsgruppe bzw. Hausurnenkultur) hatte. |
| Für die bronzezeitliche Befestigung Hünenburg ist erstmals in Mitteleuropa eine gleichzeitige Außensiedlung sicher nachgewiesen. Die archäologischen Geländeuntersuchungen
sind primär auf die Außensiedlung gerichtet, deren Struktur, wirtschaftliche Grundlagen und Verhältnis zur gleichzeitigen Befestigung zu klären sind. Darüber hinaus liegen mittlerweile erste Aufschlüsse zur Intensität des Kontaktes der Nordharzgruppe zu den nördlichen und südlichen angrenzenden dynamischen Zentren auf den Ebenen Herrschaft, Kultur und Sachkultur vor. Begleitende Untersuchungen eines zugehörigen Gräberfeldes und von Wegebauten bieten die Chance, in Zusammenarbeit mit Archäobotanik, Vegetationsgeschichte, Osteologie, Dendrochronologie und Archäometallurgie nicht nur tiefere Einblicke in einen zentralörtlichen Siedlungskomplex, sondern auch in dessen weiteres Umfeld zu erhalten. |
| Im Rahmen der Grabungskampagnen wurden zahlreiche steingepflasterte Befunde mit Hitzeeinwirkung, die vorläufig als Herdstellen angesprochen werden, dokumentiert.
Diese dürften mit großer Wahrscheinlichkeit der bronzezeitlichen Metallverarbeitung gedient haben. In unmittelbarer Nähe fanden sich Tiegelfragmente und Gussformen aus Stein und
gebranntem Lehm für Sicheln, Beile, Lanzenspitzen und Griffzungenschwerter. Die Funde und Befunde geben einen ersten Einblick in die Struktur und Organisation des Metallhandwerkes an einem bronzezeitlichen Herrschaftssitz. Begleitend zur Ausgrabung werden Metallfunde beprobt und analysiert um Fragen zu objektspezifischen Legierungen, Rohstoffversorgung und Herstellungstechnologien in der jüngeren Bronzezeit einer Klärung näher zu bringen. Homepage Seminar für Ur- und Frühgeschichte, Georg-August-Universität Göttingen zurück |


