Die Geschichte des Bergbaus in Tirol und seinen angrenzenden Gebieten: Auswirkungen auf Umwelt und menschliche Gesellschaften (HiMAT). Projektmodul PP09: Archäometallurgische und geochemische Erfassung historischen Bergbaus
| Grundlage einer gezielten Auswahl und erfolgreichen archäologischen Bearbeitung historischer Bergbaugebiete in den Ostalpen ist zunächst eine geologisch-lagerstättenkundliche und montanarchäologische Prospektion bereits bekannter sowie neuer Fundstellen bergbaulicher Aktivitäten. |
| Um die in vorgeschichtlichen und historischen Zeiten genützten Metallsorten regional zuordnen zu können, ist die Erstellung eines Lagerstättenkataloges unerlässlich. Dieser soll neben einer mineralparagenetischen Kennzeichnung (Haupt- und Nebengemengeteile, Akzessorien) insbesondere eine genaue geochemische Charakteristik (Spurenelementgehalte, SEE-Verteilung, Isotopenverhältnisse u.a.) der Erz- und Nebengesteine sowie der Gangarten in den jeweiligen Lagerstätten beinhalten. |
| Neben den Untersuchungen an den Erzlagerstätten selbst soll deren Nutzung im Spiegel der Fertigprodukte diachron untersucht werden. Dazu ist die vollständige Erfassung und Analyse mit denselben Methoden aller prähistorischen bis frühmittelalterlichen Funde aus Kupfer und Kupferlegierungen aus dem Arbeitsgebiet (im Wesentlichen Vorarlberg bis Salzburg) und den umliegenden Regionen notwendig. Ab dem 15. Jahrhundert n. Chr. wurde in Tirol der Seigerhüttenprozess eingeführt, für den Blei aus anderen Lagerstätten importiert werden musste, weil die Fahlerzlagerstätten im Raum Schwaz-Brixlegg außerordentlich bleiarm sind. Aus diesem Grund ist die Zuordnung von frühneuzeitlichem Kupfer zu bestimmten Lagerstätten wesentlich erschwert. Es könnte aber die Herkunftsregion des für die Entsilberung des Kupfers verwendeten Bleis ermittelt werden und die chemische und isotopische Charakteristik des Tiroler Kupfers in hoher zeitlicher Auflösung bestimmt und dessen Verbreitung in Europa ermittelt werden. |
| Da die Verhüttung von Fahlerzen auf Kupfer einen mehrstufigen Prozess erfordert, der zumindest die Spurenelementcharakteristik des Erzes wesentlich verändert, sollen
Experimente zum Verhalten der Begleitelemente des Kupfers unter den Bedingungen eines zu rekonstruierenden prähistorischen Verhüttungsverfahrens untersucht werden.
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