Untersuchung archäologischer Textilfasern aus dem Römischen Imperium
| Die Analyse des Rohmaterials historischer Textilien erhebt sich immer wieder als besonderes Desiderat bei der Untersuchung und Auswertung von Fundkomplexen vor
allem aus archäologischem Kontext. Dabei kommt der Faserbestimmung nicht nur eine entscheidende Rolle bei der Erarbeitung wissenschaftlicher Restaurierungs- und Konservierungskonzepte zu.
Sie ist auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil sie oft wichtige und verlässliche Hinweise auf wirtschafts- und handelsgeschichtliche Faktoren eines Fundkomplexes gibt, die wiederum zu weiterführenden kulturgeschichtlichen Fragen insgesamt führen.
Abbildung: Bastfaser aus einem koptischen Gewebe (Aufnahme im Durchlichtmikroskop) |
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| Bis anhin sind solche Analysen nur punktuell durchgeführt worden, da infolge des stark abgebauten Zustands der Fasern eine genaue Bestimmung ohne entsprechende technische Mittel oft nicht (mehr) möglich ist und es an definierten Proben zum Abgleich der Resultate fehlt. | |
| Im Rahmen des Projekts DressID werden am Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie erstmals systematische Reihenuntersuchungen an Proben sowohl aus den westlichen, als auch aus den östlichen Gebieten des Römischen Reichs durchgeführt. Dabei sollen unterschiedliche Methoden, u.a. Durchlicht- und Rasterelektronenmikroskopie, erprobt und verglichen werden. Ziel ist die Entwicklung geeigneter Bestimmungsschlüssel für historische Textilfasern. Eingegrenzt werden soll das Spektrum der in Frage kommenden Rohstoffe durch die Auswertung bildlicher und schriftlicher Quellen, der überkommenen archäologischen Zeugnisse der Textilherstellung sowie den archäobotanischen und –zoologischen Befunden. | |
| So entsteht im Rahmen der geplanten Arbeit ein Katalog historisch verwendeter Textilfasern, der folgende Kriterien umfasst:
Faserart:
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| Den Ausgangspunkt bilden dabei die bisher unpublizierte hauseigene Sammlung koptischer Textilien sowie das wohl bedeutendste Konvolut römischer Textilien aus
Mitteleuropa, das den Reiss-Engelhorn-Museen seit September 2002 vorliegt. Der annähernd 150 Objekte umfassende Fund kann aufgrund seines Kontextes in das Jahr 5 v. Chr. datiert werden.
Diese Materialbasis wird durch weitere im deutschsprachigen Raum gefundene Textilien römischer Zeit ergänzt. Voruntersuchungen der verwendeten Fasern zeigen, dass diese Objekte aufgrund der zu erwartenden Vielfalt der Befunde hervorragend geeignet sind, einen großen Beitrag in der Erforschung textiler Rohstoffe zu leisten. Für die systematische Erfassung und Auswertung der Befunde wird seit 2003 an den Reiss-Engelhorn-Museen außerdem ein ausführlicher Materialthesaurus entwickelt, der in seiner Struktur den verschiedenen Analysegängen angepasst ist. |
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| Literatur: Astrid-Böhme-Schönberger, Sylvia Mitschke, Die römischen Stoffe aus Mainz, Baustelle Große Langgasse/ Ecke Emmeranstraße, Archaeological Textiles Newsletter 41, 2005, 22 – 24. zurück |
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