Untersuchungen zur Herkunft und Handel von Eisen in Süddeutschland während der Eisenzeit
| Eisen, als Rohstoff oder Fertigprodukt wird allgemein als eines der für den Handel notwendigen Exportgüter der Kelten angesehen. Die gewaltige Menge an
gefundenen Eisenobjekten, Schmiedeschlacken, Tondüsen und für Eisenbearbeitung notwendigen Werkzeugen innerhalb des Oppidums von Manching lassen auch keinen Zweifel an einer regen
Eisenverarbeitung. Der dafür notwendige Erzabbau und die Verhüttung wurde stets im vorgelagerten Feilenmoos und dem nahegelegenem Donaumoos vermutet. Gleichzeitig wurde der zusätzliche
Import von Eisen aus größeren Entfernungen postuliert. Die jüngsten Ausgrabungen und die metallkundliche Untersuchungen haben gezeigt, dass zumindest während der letzten Besiedlungsphase Alteisen recycelt wurde. |
| Weiterhin kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt ausgeschlossen werden, daß Bohnerz oder Eisensandsteine der Fränkischen Alb als Rohstoffbasis für die untersuchten Eisenfunde gedient haben - zumal der latènezeitliche Abbau und die Verhüttung der Alberze ungeklärt sind. Die Analysen der Eisenerze aus dem Feilenmoos aber zeigen, daß sie für den Rennofenprozeß geeignet gewesen wären und daß zumindest eines der Vorkommen für die untersuchten Objekte als Rohstoff gedient haben konnte. Für die Untersuchungen zur Herkunft der Artefakte wurden die nichtmetallischen Einschlüsse, die Metallzusammensetzung und die Bleiisotopenverhältnisse herangezogen. |
| Barrenfunde innerhalb des Oppidums sind nicht so zahlreich, sind aber Beleg für den Handel mit Eisen. Die wenigsten Barren oder Stabeisen sind vollständig, die meisten sind in einem Stadium der begonnenen Verarbeitung, was folglich darauf hindeutet, daß sie nicht für den Export, sondern als Importe oder eben als Zwischenprodukte verarbeitet wurden. Neben den Werkzeugen und Waffen werden derzeit Halbfabrikate und Barren aus dem Oppidum und aus süddeutschen Hortfunden untersucht. |
| Literatur SCHWAB, R., 2002, Evidence for carburized steel and quench-hardening in the ‘Celtic‘ oppidum of Manching, Historical Metallurgy, 36(1), 6-16. SCHWAB, R., HEGER, D., HÖPPNER, B., PERNICKA, E., 2006, The Provenance of Iron Artefacts from Manching: A Multitechnique Approach, Archaeometry, 48(3), 431-450. zurück |


