Echtheitstests
| Archäologische Objekte, die vorsätzlich imitiert wurden, werden als Fälschungen bezeichnet. Der weltweite Handel mit
Kulturgut hat dazu geführt, dass für Fälscher ein lukratives Betätigungsfeld entstanden ist. Dabei können Nachbildungen, wie alle Waren,
von minderer oder höherer Qualität sein. So muss im Einzelfall entschieden werden, welche Methoden zur Aufdeckung einer Fälschung anzuwenden sind, um die Echtheit eines Objektes zu belegen. Eine zuverlässige Bestimmung des Gehaltes an 210Pb lässt meist schon eine Entscheidung über die Echtheit eines Objektes zu. Zu diesem Zweck, bestimmen wir den 210Pb-Gehalt in wertvollen und/oder archäologisch wichtigen Objekten aus Metallen wie Bronze, Messing, Kupfer, Silber, kupferhaltigem Gold o.ä. |
| Der erste Schritt ist zunächst die stilistische Bewertung des vorgelegten Artefaktes. Fragen, wie z.B. ob es nach Art und Ausführung dem jeweiligen zeitgenössischen Stil entspricht, sind zu beantworten. Als nächstes wird die Zusammensetzung des Objektes mittels RFA ermittelt. Schließlich wird das Objekt beprobt und der Gehalt des Poloniumisotops 210 (210Po) bestimmt. Hieraus lässt sich genau der Gehalt an 210Pb berechnen. Für diese besondere Bestimmung steht ein Alphaspektrometer mit acht Messzellen zur Verfügung. |
| Anhand der Messergebnisse können wir entscheiden, ob das Rohmaterial des Objektes in den letzten 100 Jahren entstanden ist oder älter ist. Falls Objekte, die stilistisch oder nach Aussage des Verkäufers älter als 100 Jahre sein sollten, nachweisbare Radioaktivität von 210Pb enthalten, sind deshalb als Fälschungen zu identifizieren. Die Abwesenheit solcher Radioaktivität ist ein Hinweis auf Echtheit aber kein Echtheitsbeweis. Die Ergebnisse werden zusammenfassend in einem Gutachten dargestellt. |
| Die Messungen werden von speziell ausgebildeten Mitarbeitern vorgenommen und von erfahrenen Wissenschaftlern ausgewertet.
Bestehen dennoch Zweifel, können weitere Techniken herangezogen werden, z.B. Korrosionsuntersuchungen, Isotopenanalysen und Elementanalysen.
Damit können zusätzliche chemische Marker herangezogen werden, die sehr wichtige Hinweise geben für die Frage nach „Echt“ oder „Falsch“.
Bei Interesse nehmen Sie bitte Kontakt auf mit : Prof. Dr. Ernst PernickaTelefon: (0621) 293-8946 e-mail: Dipl.-Arch. Nicole LockhoffTelefon: (0621) 293-8960 e-mail: zurück |


