Die frühbronzezeitlichen Metallfunde der Gräberfelder von Franzhausen, Niederösterreich – archäometallurgische Untersuchungen

Grabbeigaben aus Bronze der beiden frühbronzezeitlichen Gräberfelder von Franzhausen werden mittels Röntgenfluoreszenz untersucht, um die chemische Zusammensetzung der Objekte zu ermitteln. Ziel ist es, einen Überblick über hierbei Aussagen über die Verwendung der verschiedenen Legierungstypen in der frühen Bronzezeit zu treffen. Weiterhin wird durch die Ermittlung der Bleiisotopenverhältnisse versucht, die Herkunft der verwendeten Rohstoffe (Erze) zu lokalisieren. Mit diesem Projekt besteht erstmals die Möglichkeit, die beiden größten und bedeutendsten Gräberfelder der frühen Bronzezeit in Mitteleuropa archäometallurgisch zu untersuchen.

Franzhausen I wurde unter der Leitung von Dr. J.-W. Neugebauer in den Jahren 1981 bis 1983 ausgegraben. Von den 1013 Befunden sind allein 716 Gräber der frühen Bronzezeit zuzuordnen (Neugebauer/Neugebauer 1997).

In den Männergräbern finden sich oft Waffen und Geräte wie Beile und Dolche. Ausschließlich Frauen vorbehalten sind die sogenannten Hutbleche sowie Gewandbleche, gelochte Schneckengehäuse und Ketten aus verschiedenen Materialien. Bei beiden Geschlechtern finden sich vor allem Ösenhalsringe, Armringe und verschiedene Nadeln. (Neugebauer/Neugebauer 1997). Abbildung 1 zeigt die Rekonstruktion einer Frauentracht mit reicher Ausstattung.

Im Rahmen der Promotion soll ein Teil des umfangreichen Objektbestandes beider Gräberfelder beprobt und analysiert werden. Die Analysen werden am Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie durchgeführt. Für die Bestimmung der chemischen Zusammensetzung kommt ein energiedispersives Röntgenfluoreszenzgerät zum Einsatz. Die Messung der Bleiisotopenverhältnisse erfolgt mit einem Massenspektrometer mit induktiv gekoppeltem Plasma.

Literatur

Ch. und J.-W. Neugebauer: Franzhausen. Das frühbronzezeitliche Gräberfeld I. FÖMat A5/1. Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmalpflege. Wien 1997