Dem Kloster ein Gesicht geben: Anthropologische Spurensuche im UNESCO Welterbe Kloster Lorsch

Ausstellung „Begraben und Vergessen? Knochen erzählen Geschichte“ 

Sonderschau gibt ungewöhnliche Einblicke in das Leben der mittelalterlichen Klosterbewohner und zeigt die erste Gesichtsrekonstruktion eines Lorscher Mönchs

Vom 19. März bis 14. Mai 2017 zeigt das UNESCO Weltkulturerbe Kloster Lorsch im Schaudepot Zehntscheune die Sonderausstellung „Begraben und Vergessen? Knochen erzählen Geschichte“. Die Ausstellung nimmt auf der Grundlage aktueller archäologisch-anthropologischer Untersuchungen erstmals die Menschen des Klosters in den Blick, die vom frühen bis zum späten Mittelalter in der bedeutenden Reichsabtei Karls des Großen lebten, arbeiteten und dort begraben wurden. Höhepunkt der Schau ist die 3D-Gesichtsrekonstruktion eines Lorscher Mönchs aus der Hochphase des Klosters um 900. Damit wird für die Besucher zum ersten Mal eine visuelle und virtuelle Begegnung mit einem Menschen aus dem frühen Mittelalter möglich, der vor rund 1100 Jahren im Kloster Lorsch gelebt und vielleicht die Erbauung der weltberühmten Torhalle erlebt hat.

Im Rahmen eines umfangreichen vom UNESCO Welterbe Kloster Lorsch in Kooperation mit den Reiss-Engelhorn-Museen (rem) mit dem Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie gGmbH (CEZA) in Mannheim durchgeführten Forschungsprojekts konnten bislang rund 110 menschliche Individuen naturwissenschaftlich-anthropologisch untersucht werden, deren Skelettreste im Verlauf der letzten 120 Jahre bei archäologischen Ausgrabungen auf dem Klosterareal geborgen wurden.

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