Neue Forschungsergebnisse zur Chronologie der Frühbronzezeit veröffentlicht

Im Rahmen einer interdisziplinären Kooperation zwischen der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, dem Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte und dem Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie gGmbH und der Universität Heidelberg, stellen Wissenschaftler konventionelle Lehrmeinungen über den Verlauf der frühen Bronzezeit in Zentraleuropa infrage. Basierend auf über 150 Radiokarbonanalysen gibt dieses Großprojekt neue Aufschlüsse über die zeitliche Abfolge der Frühbronzezeit und gewährt neue Einblicke in die Geschichte der Himmelsscheibe von Nebra.

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Klaus-Tschira-Labor für Physikalische Altersbestimmung (KTL)

Das Klaus-Tschira-Labor für Physikalische Altersbestimmung (KTL) ist eine Einrichtung des Curt-Engelhorn-Zentrums für Archäometrie (CEZA) und der Curt-Engelhorn-Stiftung. Die Einrichtung des Labors wurde ermöglicht durch eine Förderung der Klaus-Tschira-Stiftung. Im KTL werden Radiokohlenstoff-Analysen (14C) mit Hilfe der Beschleuniger-Massenspektroskopie (AMS) und Lumineszensdatierungen ausgeführt.

Die Hauptanwendungsgebiete der 14C-Technik sind:

  • Datierungen für die Archäologie,
  • Datierung von Klima-Archiven für die Geowissenschaften und die Rekonstruktion des Klimas in der Vergangenheit
  • Datierung von organischen Materialien in Verbindung mit Echtheitsanalysen am CEZ
  • die Analyse der Quellen und Senken im Kohlenstoffkreislauf, insbesondere für die aktuelle Frage der Emission von fossilem Kohlendioxid und der Frage der Einhaltung des Kyoto-Protokolls
  • Identifikation von fossilen und heutigen biogenen Anteilen in Spurenstoffen in der Atmosphäre
  • Biomedizinische Forschung mit 14C als Tracer
  • Die Lumineszenz-Datierung (TL/OSL) wird insbesondere für die Datierung von Keramik und Sedimenten eingesetzt werden.

Das KTL soll seinen Betrieb im Mai 2010 in Mannheim aufnehmen.