Technologische Untersuchungen

Neben der chemischen Zusammensetzung sind häufig die Herstellungstechnologie und der Erhaltungszustand von Kulturgütern für die jeweilige Fragestellung von Bedeutung, weil viele Techniken nur in bestimmten zeitlichen und räumlichen begrenzten Kontexten auftreten. Zusätzlich sind historische silikatische oder metallische Werkstoffe in der Regel inhomogen und haben bereits einen Prozess der Alterung und des Gebrauchs durchlaufen, der für ihr heutiges Aussehen verantwortlich ist. Neben der optischen Untersuchung der Oberflächen mit unterschiedlichen Mikroskopen gestattet die Radiographie einen Blick in und durch das Material. Herstellungsspezifische Spuren, Fehlstellen, Einschlüsse oder Überzüge etc. können dadurch zerstörungsfrei untersucht und visualisiert werden. Für weitergehende Fragen stehen verschiedene zerstörungsfreie Methoden zur Verfügung (s. Materialanalysen). Weil es aber gerade bei archäologischen Funden durch unterschiedliche Prozesse während der Herstellung, des Gebrauchs und der Bodenlagerung zu An- oder Abreicherungen von Elementen kommen kann, ist für eine umfassende Charakterisierung von Werkstoffen eine Probenentnahme notwendig.

Diese Proben werden für die licht- und elektronenmikroskopischen Untersuchungen in Kunstharz eingebettet und entsprechend präpariert. Durch geeignete Präparation von Proben (An- oder Dünnschliff, Abdruck, Ätzen) können Anteile und örtliche Verteilung der einzelnen Phasen durch licht- und elektronenmikroskopische Methoden ermittelt werden und die Präparate für weitere ortsaufgelöste Materialanalysen genutzt werden.

Die Gefügeuntersuchung metallischer oder nichtmetallischer Werkstoffe (Materialografie) dient der qualitativen und quantitativen Beschreibung der Eigenschaften und Zustände von Materialien. Es werden so Informationen über Anteile, Verteilung, Struktur und Orientierungen einzelner Phasen innerhalb der Werkstoffe erhalten. Somit können Herstellungs-, Gebrauchs- und altersbedingte Veränderungen nachvollzogen werden.

Bei Interesse nehmen Sie bitte Kontakt auf mit

Dr. Roland Schwab