Forschungsprojekt zu prähistorischem Bergbau und Metallurgie in Usbekistan

Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projektes werden an der Curt-Engelhorn Zentrum Archäometrie gGmbH Kupfererze verschiedener Lagerstätten in Usbekistan hinsichtlich ihrer geochemischen und bleiisotopischen Zusammensetzung analysiert, um eine Datengrundlage zu schaffen, um auf deren Basis das lagerstättenkundliche Potential der usbekischen Kupfervorkommen in Hinblick auf deren prähistorische Ausbeutung zu untersuchen.

Die frühesten Metallfunde belegen dort eine Metallverarbeitung seit dem 6./5. Jahrtausend v. Chr. Als Rohstoffquellen werden immer wieder die zentralasiatischen Kupfererzlagerstätten und im speziellen jene in Usbekistan genannt, ohne dies jedoch mit nachprüfbaren Daten zu belegen. Ebenfalls erfolgten nur vereinzelt gezielte systematische Ausgrabungen in den Bergbaurevieren, meist auch nur an mittelalterlichen Fundstellen, die bereits durch schriftliche Quellen belegt sind. Der prähistorische Bergbau spielte bei den bisherigen (russischen/sowjetischen) Forschungen nur eine untergeordnete Rolle, weshalb in der Literatur nur eine grobe Darstellung über den Umfang der zentralasiatischen Erzlagerstätten und deren Bedeutung in der Prähistorie zu finden ist und daher auch über den Beginn der Ausbeutung kupferführender Lagerstätten kaum etwas bekannt ist. Andererseits sind die Spuren des prähistorischen Bergbaus in Usbekistan meist durch die mittelalterliche und neuzeitliche Nutzung stark überprägt, weshalb die prähistorische Nutzung der Lagerstätten nur mehr über den analytischen Weg nachgewiesen werden kann.

Ein weiterer Schwerpunkt des Projektes ist die Analyse von archäologischen Objekten, wobei anhand der zeitlichen Einordnung der Objekte zwischen dem Chalkolithikum und der Frühen Eisenzeit und in Verbindung mit den Erzanalysen zur detaillierten Charakterisierung der Lagerstätten, neue Erkenntnisse bezüglich der prähistorischen Ressourcennutzung und -verteilung während der einzelnen Zeitstufen zu erwarten sind, die die Bedeutung der Kupfererzlagerstätten Usbekistans als Rohstofflieferant in einem breiteren Zusammenhang darstellen.

Beteiligte Institutionen:

  • Staatliches Komitee der Republik Usbekistan für Geologie und Bodenschätze, Geologisches Museum Taschkent (Ahmadzhon Sh. Ahmedshaev, Hamza A. Saipov)
  • Institut für Bildende Kunst der Akademie der Wissenschaften der Republik Usbekistan (Shakirdzhan R. Pidaev, Leonid M. Sverchkov)
  • Deutsches Archäologisches Institut, Eurasien-Abteilung (Nikolaus Boroffka)

Ansprechpartner:
Dr. Steffen Kraus